Tom Couzens: Die Perspektive eines Athleten

What It’s Really Like to Race the National Crit Series in the UK

Words by: Tom Couzens

What is the UK National Crit Series? 

Every July, the UK National Criterium Series comes to town — and for me, it marks one of the best times of the year. The British crit calendar features some of the most intense and exciting racing anywhere in the country, and this season has been no different.

The National Crit Series is made up of multiple rounds across the UK — from the iconic opener in Otley, Yorkshire, to the coastal corners of Dawlish in Devon. UK circuit racing is uniquely fast, technical, and thrilling. Each race typically lasts around 50 minutes and is set on a tight, town-centre course that delivers edge-of-your-saddle action for riders and spectators alike.

My Experience Racing the National Criterium Series


The UK National Crit Series is unlike anything else in the world of bike racing. Each round brings its own personality, quirks, and chaos—making it a true test of skill, speed, and spatial awareness. From start to finish, the series is a masterclass in criterium racing, and this year’s opening rounds were no exception.

Runde 1: Otley: Schnell, Flach, Gnadenlos

Otley ist immer ein wilder Auftakt. Stell dir vor: 120 Fahrer, eingepfercht auf einem flachen Hochgeschwindigkeitskurs, jeder kämpft um jeden Zentimeter Platz, jeder will sich beweisen. Das Rennen fühlt sich an, als würde man in einer Waschmaschine fahren – in der einen Runde bist du ganz vorne, in der nächsten wirst du nach hinten durchgereicht und kämpfst nur noch ums Überleben.

Der Kurs selbst ist nicht übermäßig technisch, aber genau das macht ihn so hart: Da es flach ist und vom Start weg mit Vollgas gefahren wird, reißt das Feld kaum auseinander. Es gibt keine Anstiege, die das Peloton sortieren könnten. Du kämpfst permanent um deine Position – das ist mental genauso auslaugend wie körperlich.

Dieses Jahr war das Tempo erbarmungslos. Attacken wurden sofort im Keim erstickt, und schnell war klar: Energiesparen ist alles – vor allem, weil nur 48 Stunden später die zweite Runde in Ilkley anstand und sich ein Massensprint abzeichnete. Mein Fokus lag darauf, sicher zu fahren und auf dem Rad zu bleiben, was bei den vielen Stürzen um mich herum alles andere als einfach war. Zum Glück kam ich in einem Stück ins Ziel.

Runde 2: Ilkley: Brutalität mit System

Wenn Otley chaotisch ist, dann ist Ilkley schlichtweg brutal. Es gibt kein passenderes Wort dafür. In jeder Runde wartet ein 200 Meter langer Anstieg mit durchschnittlich über 10 % Steigung. Das Profil sieht auf dem Papier machbar aus, aber die ständige Wiederholung zieht dir irgendwann den Stecker. Versuch mal, Runde für Runde 800 Watt zu drücken, und schau, wie lange du durchhältst.

Im Gegensatz zu Otley gibt es in Ilkley kein geschlossenes Feld. Das Peloton explodiert innerhalb der ersten zehn Minuten. Ehe du dich versiehst, bist du nur noch mit 10 bis 15 Fahrern in einer Gruppe. Lücken reißen hier nicht durch Attacken an der Spitze, sondern weil hinten einer nach dem anderen abplatzt – ein gnadenloser Selektionsprozess, bei dem nur die Stärksten überleben.

Wenn ich einen Tipp für ein Kriterium wie Ilkley habe, dann diesen: Positionierung ist alles. Sitzt du zu weit hinten, wirst du von den Rissen im Feld abgehängt und siehst die Spitze nie wieder. Bleib also wachsam und fokussiert auf das, was ganz vorne passiert. Das war diesmal mein Ziel, und es hat sich ausgezahlt: Platz 15. Kein bahnbrechendes Ergebnis, aber ein solider Sprung nach vorne im Vergleich zu Otley.

Runde 3: Guildford: Technik und Taktik

Was die britische Crit-Szene so besonders macht, ist die enorme Vielfalt der Stadtkurse – und Guildford ist dabei ein echter Klassiker, der sich schnell zu meinem absoluten Favoriten entwickelt hat. Es ist eines der technisch anspruchsvollsten Rennen des Jahres: Eine 180-Grad-Kehre, bei der du jedes Mal neu anfahren musst, eine knifflige Linkskurve, bei der man über eine Bordsteinkante bunny-hoppen muss, und ein Bergaufsprint auf Kopfsteinpflaster im Ziel. Kurz gesagt: Chaos – aber von der guten Sorte.

Hier zählt zwar auch die Positionierung, aber noch wichtiger ist es, mit Köpfchen zu fahren. Du musst permanent scannen, wo deine Konkurrenten stehen, und ihre Manöver vorausahnen – das ist in Guildford keine reine Performance-Frage, sondern schlichtweg eine Überlebensstrategie. Ich habe unzählige Fahrer gesehen, die die Kurven viel zu optimistisch angefahren sind, dann mitten im Scheitelpunkt voll in die Eisen gehen mussten und so ihren kompletten Schwung verloren haben. Wer das Rennen richtig liest und den Flow durch die Kurven hält, spart massiv Körner und schiebt sich fast wie von selbst im Feld nach vorne.

Als die Sonne langsam tiefer sank und die Rundenanzeige das Finale einläutete, war die Stimmung an der Strecke absolut elektrisierend – genau für diese Atmosphäre liebe ich die Kriterien. Ich wusste, dass ich die Beine für ein Podium hatte. Aber leider habe ich mich in den letzten Kurven taktisch etwas verzockt. Am Ende wurde es Platz 5. Ein bittersüßes Ergebnis, weil ich hier schon auf dem Treppchen stand und weiß, dass mir dieser Kurs eigentlich wie auf den Leib geschnitten ist.

Mein Bike-Setup für die UK National Crit Series

Wenn es um Crit-Rennen geht, spielt das Material eine entscheidende Rolle. In der UK National Crit Series, wo die Kurse schnell, technisch und unberechenbar sind, macht das richtige Setup den entscheidenden Unterschied.

Mein Rahmen der Wahl ist das Ribble Ultra Race aus MT65-Carbon – die perfekte Balance aus Aerodynamik, Steifigkeit und Leichtigkeit. Die britische Crit-Szene ist extrem vielseitig. Von Hochgeschwindigkeitskursen wie in Otley bis zu den brutalen Anstiegen in Ilkley braucht man ein Bike, das sich auf unterschiedlichstem Terrain behauptet. Das Ultra Race liefert genau das – jedes Mal.

Was mir an diesem Bike besonders gefällt, ist seine Ausgewogenheit. In den Kurven vermittelt es viel Vertrauen, sodass man den Druck auf dem Pedal halten kann. Gleichzeitig reagiert der Rahmen sofort auf Beschleunigungen, sodass man nach jeder Kurve schnell wieder auf Tempo ist. Es ist beeindruckend, wie vielseitig dieses Rad ist – das macht es für mich zu einem idealen Begleiter für Rennen im Vereinigten Königreich.

Bei einem Crit-Setup ist der Laufradsatz fast genauso wichtig wie der Rahmen. Man braucht Aerodynamik für die Geraden, aber auch geringes Gewicht und hohe Steifigkeit für kurze Anstiege und explosive Antritte. Meine Wahl sind die HUNT SUB50 Limitless Aero Disc Laufräder. Das hauseigene Ingenieurteam von HUNT hatte ein klares Ziel: die schnellsten Laufräder ohne Kompromisse zu bauen. Das Ergebnis? Ganz einfach die ausgewogensten Laufräder, die ich je gefahren bin.

Man spürt den Unterschied sofort: Auf der Ebene profitieren die Laufräder spürbar von ihrem Aero-Profil, während ihre Stabilität in Kurven viel Sicherheit in engen, technischen Passagen vermittelt. Bergauf fühlen sie sich reaktionsfreudig und effizient an – insgesamt ein Setup, das einfach perfekt abgestimmt wirkt.

Dieser Rahmen mit den HUNT Laufrädern ist bei Weitem die beste Kombi, die ich je gefahren bin – pure Perfektion für die Anforderungen der britischen Rennszene.

Zu den weiteren Komponenten: Ich fahre eine Shimano Ultegra 12-fach Di2, einen schmalen 32-cm-Lenker mit 140-mm-Vorbau sowie einen 3D-gedruckten Sattel. Die HUNT SUB50 wurden speziell für 28- bis 30-mm-Reifen entwickelt. Ich selbst fahre am liebsten 30 mm, weil sie bei hohen Geschwindigkeiten spürbar mehr Komfort bieten und Vibrationen besser absorbieren. Aktuell nutze ich den Pirelli P Zero Race – ein Reifen, den ich absolut empfehlen kann.

Wenn du diesen Sommer in den Rennsport einsteigen oder deinem Setup das entscheidende Quäntchen Performance hinzufügen möchtest, kann ich dieses Equipment nur wärmstens empfehlen!

Warum die britische Crit-Szene so besonders ist

Die britische National Crit Series zu fahren, ist eine reine Achterbahnfahrt – ein Spektakel, das absoluten Fokus, Top-Fitness und das perfekte Setup verlangt. Vom Hochgeschwindigkeits-Chaos in Otley über den beinbrechenden Anstieg in Ilkley bis hin zum technischen Wahnsinn in Guildford: Jedes Rennen stellt dich vor völlig neue Herausforderungen. Genau das macht den Reiz aus; das ist es, was mich so süchtig macht. Es geht nicht nur um die nackten Ergebnisse – es geht darum, zu lernen, sich anzupassen und bei jedem Startschuss aufs Neue bereit zu sein, alles zu geben. Die Atmosphäre, die Zuschauermassen, die Kurse in den Stadtzentren unter Flutlicht … all das summiert sich zu einer Erfahrung, die ebenso belohnend wie brutal ist. Egal, ob man schon jahrelange Rennerfahrung mitbringt oder gerade erst damit beginnt: Es gibt schlichtweg nichts, was mit der Intensität der britischen Crit-Saison vergleichbar wäre.

Favourites