“Joy and grit can coexist.” - Leah Van der Linden

Leah Van der Linden’s Breck Epic Journey 

Six days. 240 miles. 40,000 feet of climbing. The Breck Epic is one of the toughest mountain bike stage races in the world, and this year, HUNT athlete Leah Van der Linden lined up with pure grit and determination. Just one day before stage one, Leah raced the Leadville 100; stacking two legendary Colorado rippers of the legs back-to-back. To make it even more mind-blowing, Leah came into the season after just over a year out due to back surgery. 

What followed was a rowdy week of resilience, holding on and balancing love and hatred toward the bike. Leah won stages two through six, claiming the overall title, all while reminding herself - and all of us - what’s possible when stubbornness, appreciation and the love of riding come together.  

After the dust had settled, we took some time out of Leah's crazy schedule to ask her about her experience.  

Bevor du den Breck Epic in Angriff genommen hast, bist du am Tag davor den Leadville 100 gefahren. War das schon immer so geplant oder lag dein Fokus eigentlich auf dem Breck Epic? Und dazu kommt ja noch, dass deine Rücken-OP gerade mal ein Jahr her ist.

Ehrlich gesagt hatte ich gar nicht damit gerechnet, diese Saison überhaupt in Leadville zu starten, deshalb lag mein Trainingsfokus voll auf dem Breck Epic. Direkt von Leadville in sechs weitere Renntage zu starten, war definitiv eine Ansage – aber es hat mir auch eine neue Perspektive gegeben. Ich habe mir selbst keinen Druck gemacht, das perfekte Rennen abzuliefern. Allein die Chance, gesund dabei zu sein und an meine Grenzen zu gehen, fühlte sich schon wie ein Sieg an.

Wann hast du das Gefühl gehabt, deinen Flow gefunden zu haben? Was hat den Ausschlag gegeben?

Auf der zweiten Etappe am Colorado Trail hat es plötzlich Klick gemacht. Diesen Etappensieg wollte ich unbedingt. Den ersten Tag habe ich noch im Überlebensmodus verbracht, um die Leadville-Beine auszuschütteln, aber am zweiten Tag hatte sich mein Körper an den Rhythmus gewöhnt. Ich konnte mich voll auf die Routine einlassen: Essen, regenerieren, fahren, und von vorn.

War dein Equipment oder dein Bike-Setup anders als sonst?

Ja. Ich habe mich bewusst für Langlebigkeit und Kontrolle statt für puren Speed entschieden. Nach Leadville wusste ich: Beim Breck Epic geht es nicht um das leichteste Setup, sondern um ein Bike, das sechs Tage auf rauen, hochalpinen Singletrails übersteht. Ich habe mich für etwas massivere Reifen mit einer pannensicheren Karkasse entschieden (Continental Kryptotal 2.4 Trail/Grip) – in Kombination mit meinen HUNT Proven XC Race Laufrädern. Das Setup hat mir das nötige Vertrauen gegeben, dass ich – klopf auf Holz – in diesem technischen Gelände keinen Defekt haben würde.

Was war dein Tiefpunkt der Woche und was hat dir geholfen, weiterzumachen?

Mitte der Woche, auf der 5. Etappe am Wheeler Pass, hat mich die Erschöpfung eiskalt erwischt. Aber der Tag wäre so oder so hart geworden. Wie Mike Mac (der Gründer des Breck Epic) schon sagte: „Wenn du es bis hierher schaffst, schaffst du alles. Da oben ist es surreal wie auf dem Mond!

An diesem Morgen fühlte sich alles schwer an. Nach einer Woche voller früher Starts fängt man mental schnell an, sich in eine Negativspirale reinzusteigern. Es war verdammt schwer, für diese Etappe überhaupt aus dem Bett zu kommen. Was mich gerettet hat, war der Rückhalt unter uns Fahrerinnen – dass wir die Trails gemeinsam bezwungen und uns gegenseitig gepusht haben, selbst in den Hike-a-Bike-Passagen. Diese Kameradschaft war die Rettung; die Gewissheit, dass wir zwar alle leiden, uns aber auch alle bewusst dafür entschieden haben, genau hier zu sein.

Der schönste Moment der Woche?

Etappe drei. Das war vom Profil her eine der härtesten Runden – für mich die echte Königsetappe –, aber auch eine der schönsten. Zweimal über die kontinentale Wasserscheide zu fahren, mit massenhaft Höhenmetern auf so kurzer Distanz... Ich weiß noch, wie ich den Gipfel des ersten Anstiegs am French Pass erreichte, rüberschaute zu den Gipfeln von Baldy und Guyot und realisierte: Ich überlebe hier nicht nur, ich fahre gerade richtig stark. Dieser Moment – dieses ‚Wow, ich darf das hier gerade wirklich erleben‘ – war intensiv. Und dann noch der Anstieg zum Georgia Pass und das anschließende Heizen über den Continental Divide Trail... Ein unglaublicher Tag.

Wann wurde dir klar, dass du das Rennen gewinnen kannst?

Ehrlich gesagt nach der zweiten Etappe. Ich wollte den Tag nicht vor dem Abend loben, weil in sechs Etappen so viel passieren kann. Aber als ich zur dritten Etappe im Leadertrikot anrollte, habe ich mir zum ersten Mal erlaubt zu denken: ‚Okay, das ist machbar. Einfach konstant bleiben und keine Fehler machen.

Wie hat das Duell mit Lauren Stephens – immerhin eine nationale Meisterin in verschiedenen Disziplinen, die Titel auf der Straße, dem Gravelbike und dem MTB eingefahren hat – deine Herangehensweise beeinflusst?

Gegen jemanden von Laurens Kaliber zu fahren, hat mein eigenes Level enorm gepusht. Sie fährt taktisch klug und ist extrem hart im Nehmen. Ich wusste, dass ich keine Sekunde lockerlassen durfte, besonders an den Anstiegen. Das hat mich fokussiert gehalten und mich dazu gezwungen, jeden Tag alles zu geben und mich voll auf meine Stärken auf dem Bike zu konzentrieren.

Was waren deine Gedanken im Laufe der Woche? Hast du eher daran gedacht, deinen Vorsprung auszubauen oder ihn zu verteidigen? Wie hat sich deine Strategie verändert?

Das war eine Gratwanderung. Anfangs wollte ich mir ein Polster erarbeiten, weil einfach alles passieren kann – Defekte, Stürze, schlechte Beine. Später ging es eher darum, das Erreichte abzusichern und natürlich den Vorsprung auszubauen, wo es ging, ohne dabei unnötige Risiken einzugehen oder Fehler zu machen.

Man kennt dich eigentlich nur mit einem Lächeln im Gesicht. Wie hast du es geschafft, dir bei so einem brutalen Rennen den Spaß an der Sache zu bewahren?

Das Breck Epic hat mich wieder daran erinnert, warum ich das Radfahren so liebe. Das Gefühl, auf diesem Level und auf so einem Kurs Rennen zu fahren, war genau das, was ich zu diesem Zeitpunkt gebraucht habe. Ich habe bewusst versucht, den Blick auch mal schweifen zu lassen, zu lächeln und das ganze Erlebnis aufzusaugen – schließlich war es mein erstes MTB-Etappenrennen. Das Leiden gehört einfach dazu und wird auch immer ein Teil davon sein. Aber wenn man über sich selbst lachen kann, während man auf über 3.600 Metern nach Luft schnappt und sein Bike 40 Minuten lang schiebt – oder wenn man einfach diese Weltklasse-Singletrails genießt, die Breck zu bieten hat – dann gibt einem das eine gewisse Leichtigkeit. Zumindest mir geht das so. Warum sollte man sich das sonst antun, wenn man keinen Spaß dabei hat?

Man kann wohl sagen, dass das deine Hometrails sind. Hat das Rennen dadurch für dich einen besonderen Stellenwert bekommen?

Es war etwas Besonderes. Ich kenne diese Trails in- und auswendig vom Training und von meinen eigenen Touren, aber sie bei einem Weltklasse-Event gegen so eine starke Konkurrenz zu fahren, hat mir noch einmal ganz neue Augen für meine Heimat geöffnet. Es fühlte sich fast so an, als würde ich mein Zuhause mit der ganzen Welt teilen.

Als du nach sechs Tagen gnadenlosem Racing endlich über die Ziellinie gefahren bist – weißt du noch, was dein erster Gedanke war?

Erst einmal pure Erleichterung, dass mein Körper durchgehalten hat. Und eine gewisse Ungläubigkeit, dass ich es wirklich durchgezogen habe. Aber ich habe an mich und meine Fähigkeiten geglaubt; ich wusste einfach, dass ich über diese sechs Tage hinweg in jeder Hinsicht über mich hinauswachsen musste. Es war überwältigend, im positivsten Sinne. Es ist heutzutage verdammt schwer, ein Radrennen zu gewinnen!

Das ist ein Wahnsinns-Erfolg, auf den du extrem stolz sein kannst. Was nimmst du für dich persönlich mit? Würdest du sagen, dass dich das als Athlet verändert hat?

Dass ich zäher und belastbarer bin, als ich mir selbst oft zutraue. Körperlich hat mich das Rennen an meine Grenzen gebracht, aber mental habe ich gelernt, dass Freude und harter Kampf kein Widerspruch sein müssen. Für mich persönlich war es eine Erinnerung daran, den Weg zu genießen und nicht nur auf das Ergebnis zu starren.

Wie geht es jetzt weiter und wie nimmst du diesen Schwung mit?

Der Plan ist, dieses Selbstvertrauen für den Rest der Saison und darüber hinaus zu nutzen. Das Rennen in Breck hat mir gezeigt, wozu ich fähig bin, und meinen Horizont verschoben. Ich will weiterhin große Herausforderungen suchen, aber dabei nie den Spaß an der Sache verlieren. Wünscht mir Glück!

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