Mitte der Woche machten wir uns auf den Weg nach Varberg und genossen die Aussicht rund um den Vätternsee. Die Gegend dort bietet fantastische Gravel-Strecken, was wir natürlich voll ausgenutzt haben.
Die zweite Rennwoche kam schneller als gedacht: Ein technischer Kurs mit kniffligen Anstiegen, Brücken und sogar Sandpassagen – ein Kurs, der wirklich alles zu bieten hatte! Da die Strecke trocken blieb, entschied ich mich trotz der technischen Passagen für mein bewährtes Setup auf den 34_34 Aerodynamicist-Laufrädern.
Das Rennen der Frauen war an der Spitze extrem eng. Am ersten Tag konnte sich trotz zahlreicher Attacken niemand entscheidend absetzen – die Fünfergruppe ließ sich einfach nicht auseinanderziehen. Am Ende kam es zum Sprint. Weil ich mich in der letzten Runde bei der Positionierung total verzockt hatte, verpasste ich den Anschluss und rollte als Fünfte über die Linie. Einerseits wusste ich, dass das ein solides Ergebnis in diesem internationalen Feld war, andererseits wollte ich einfach mehr. Mit einer ordentlichen Portion Frust im Bauch war ich fest entschlossen, dass der zweite Tag anders laufen würde.
Der Sonntag kam, und ehe ich mich versah, stand ich wieder an der Startlinie. Diesmal gab ich von Anfang an Vollgas. Gleich nach dem Start habe ich voll durchgezogen. In der ersten Runde betrug der Vorsprung nur ein paar Sekunden, aber ich wollte unbedingt vorne bleiben. Mit jeder Runde wuchs der Abstand, bis ich ganze 30 Sekunden Vorsprung hatte. Gegen Ende des Rennens konnte ich sehen, wie sich die Verfolgerinnen gegenseitig attackierten und mein Vorsprung schrumpfte. Ich biss noch einmal die Zähne zusammen, fest entschlossen, als Erste ins Ziel zu kommen. Und es hat sich ausgezahlt: Ich überquerte die Ziellinie als Erste und konnte zum ersten Mal in dieser Saison beim Sieg die Arme hochreißen.
Richtig genossen habe ich auch die Zeit abseits der Rennen – die Fahrten zur Strecke und zurück, genau wie unsere hart umkämpften Kartenabende. Mit Dan als Teamkollegen konnte ich jedes Rennen direkt im Anschluss analysieren. Ein echtes Highlight: Wir haben unterwegs sogar einen Elch gesehen! Ich war wirklich beeindruckt, wie riesig diese Tiere in echt sind.
Ich fahre mit unzähligen tollen Erinnerungen im Gepäck nach Hause und bin extrem gespannt auf alles, was der Rest der Saison noch bringt.